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Sisi Museum — Schönbrunn Group

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AR

Dine with Sisi

Wie vrisch einen geschlossenen Ausstellungsraum in eines der beliebtesten Erlebnisse des Museums verwandelte

Als der kaiserliche Speisesaal des Sisi Museums in Wien vorübergehend für Restaurierungsarbeiten geschlossen werden musste, stand das Museum vor einer vertrauten institutionellen Herausforderung: Wie bewahrt man die Integrität einer sorgfältig gestalteten Besucherreise, wenn ein zentraler Raum nicht zugänglich ist?

Die Antwort war kein Schild an der Tür. Es war eine AR-Installation, die in der Folge bis zu 75 % der täglichen Besucher:innen begeisterte und Gäste aus 87 Ländern erreichte.

Die Herausforderung

Der kaiserliche Speisesaal ist einer der eindrucksvollsten Räume des Sisi Museums. Er wurde gestaltet, um die Atmosphäre höfischer Abendessen zur Zeit von Kaiserin Elisabeth und Kaiser Franz Joseph erlebbar zu machen, und bildet einen zentralen Bestandteil der Ausstellungsnarrative. Während der Raum für Restaurierungsarbeiten geschlossen war, brauchte das Museum eine Lösung, die das Besuchserlebnis aufrechterhielt, die arbeitenden Fachleute hinter den Kulissen respektierte und einen potenziell enttäuschenden Moment in etwas Bedeutungsvolles verwandelte.

Sie wandten sich mit einem klaren Briefing und einem engen Zeitfenster von 2,5 Wochen an vrisch.

„Wir haben im Sisi Museum im Zuge der Renovierungsarbeiten auch durchaus unerwartete Situationen, die dann für uns aber auch eine Chance sind. In diesem Fall haben wir interaktive Technologie genutzt, um das Besuchererlebnis zu erweitern. Augmented Reality ist eine Technologie, die sich da sehr gut eignet, weil sie interaktiv ist und wir unsere Besucher auch auf einer emotionalen Ebene besser erreichen können."Sheila Bsteh, Sisi Museum

Das Konzept

Anstatt den Restaurierungsvorhang zu umgehen, machte vrisch ihn zum Mittelpunkt des Erlebnisses.

Ein bedrucktes Banner bedeckte den Eingang zum Speisesaal. Die Besucher:innen wurden eingeladen, einen QR-Code auf dem Banner zu scannen und nach einem von Sisis ikonischen Haarsternen im Grafikdesign zu suchen. Sobald sie ihr Smartphone darauf richteten, begann die AR-Szene – ganz ohne App-Download.

Die Türen des kaiserlichen Speisesaals öffneten sich vor ihnen und gaben den Blick frei auf Sisi, Franz Joseph und ihre Gäste beim Abendessen. Nach einem Moment wandten sich die Figuren den Besucher:innen zu und lächelten – eine kleine, aber bewusste Geste der Zugewandtheit – bevor sie ihr Gespräch fortsetzten.

Die Interaktion dauerte rund 10 Sekunden. Doch hinter diesen 10 Sekunden stecken Monate an Denken, Recherche und handwerklicher Sorgfalt.

Recherche, Genauigkeit und die Arbeit hinter dem Erlebnis

Nichts, was in dieser Experience zu sehen ist, entstand auf Knopfdruck. Es war kein automatisierter Prozess.

vrisch arbeitete mit der österreichischen Multimediakünstlerin Stephanie Meisl (s.myselle) zusammen, um die Abendessensszene mithilfe generativer KI zu erstellen und zu animieren. Doch bevor ein einziges Bild generiert wurde, investierte das Team intensiv in Recherche – denn historische Plausibilität war keine Option. Sie war das Briefing.

„Dieses Projekt war ganz besonders – vor allem wegen dieses Aspekts: Wir haben für jedes einzelne Detail, das in dieser Komposition zu sehen ist, eng mit Historiker:innen zusammengearbeitet, um eine größtmögliche historische Genauigkeit zu gewährleisten."Gabriella Chihan Stanley, vrisch

Diese Recherche umfasste:

Die enge Zusammenarbeit mit Historiker:innen des Sisi Museums, um sicherzustellen, dass jede Geste, jeder Ausdruck und jedes Detail mit den historischen Quellen übereinstimmt

Die Kooperation mit Institutionen wie dem Wien Museum, um das KI-Modell mit offiziellem Archivmaterial zu trainieren und historisch fundierte Darstellungen der kaiserlichen Figuren zu ermöglichen

Das eingehende Studium der imperialen Lebensweise und der Rituale der Epoche – von der Tischkultur bis zur höfischen Etikette – um die Atmosphäre mit Genauigkeit und Sorgfalt zu rekonstruieren

Auch der technische Prozess war anspruchsvoll. Das Team testete mehrere KI-Tools, um das am besten geeignete für diesen spezifischen Anwendungsfall zu finden, und investierte erhebliche Zeit in die manuelle Nachbearbeitung des Endergebnisses – Bild für Bild, Detail für Detail. Jede Überarbeitung musste bereits freigegebene Elemente bewahren und gleichzeitig Konsistenz in Beleuchtung, Ausdruck und historisch korrektem Detail sicherstellen.

Es war das Talent kreativer Technolog:innen und die gemeinsame Forschungsarbeit mit Museen, die ein historisch genaues und emotional bedeutsames Erlebnis möglich machten. All das – für 10 Sekunden Experience.

Technologie

Das Erlebnis wurde auf der webAR-Plattform von Artivive aufgebaut, sodass Besucher:innen die AR-Szene direkt im Browser via QR-Code abrufen konnten. In einem stark frequentierten Museumsumfeld war der Verzicht auf einen App-Download entscheidend – das Onboarding musste für Besucher:innen jeden Alters und jeder technischen Vertrautheit unmittelbar und intuitiv funktionieren.

Die Plattform ermöglichte es dem Team außerdem, statische Assets, Video und Animation mit minimalem technischen Aufwand zu einer stimmigen Szene zu verbinden – ein wesentlicher Vorteil angesichts des engen Produktionszeitplans.

Ergebnisse

Zwischen Mai und Juli 2025 verzeichnete die Installation außergewöhnliche Engagement-Werte:

ca. 50.000 Aufrufe

Besucher:innen aus 87 Ländern

50 % durchschnittliche tägliche Interaktionsrate

Bis zu 75 % an Spitzentagen

Wer mit Museen gearbeitet hat, kennt die Herausforderung: Besucher:innen für digitale, standortgebundene Erlebnisse wirklich zu begeistern, ist keine Selbstverständlichkeit. Diese Zahlen sprechen für sich.

Eine durchschnittliche Interaktionsrate von 50 % – in einem Umfeld, in dem Besucher:innen eine kurierte Abfolge von Räumen mit begrenzter Verweildauer durchlaufen – ist ein aussagekräftiger Indikator für Zugänglichkeit und emotionale Wirkung gleichermaßen. Das Erlebnis musste nicht aktiv gesucht werden. Es begegnete den Besucher:innen genau dort, wo sie waren.

Der Auftraggeber erhielt einen hochwertigen, forschungsgeleiteten GenAI-Erfolgscase. Und wir haben uns gefreut wie ein Schneekönig.

Was dieses Projekt zeigt

Dine with Sisi war nicht als Vorzeigeprojekt geplant. Es entstand, um ein konkretes institutionelles Problem zu lösen – respektvoll und schnell. Genau diese Einschränkung wurde zur Stärke.

Das Projekt zeigt, was möglich ist, wenn AR nicht als Spektakel eingesetzt wird, sondern als durchdachtes Werkzeug für kulturelle Kontinuität – um den narrativen Fluss einer Ausstellung aufrechtzuerhalten, operative Anforderungen zu erfüllen und Besucher:innen in einem Moment etwas wirklich Unvergessliches zu bieten, der leicht zur Enttäuschung hätte werden können.

Für Kulturinstitutionen, die Veränderungsphasen navigieren – sei es Renovierung, Erweiterung oder vorübergehende Unzugänglichkeit –, bietet immersive Technologie eine Möglichkeit, die Beziehung zu den Besucher:innen nicht nur aufrechtzuerhalten, sondern mitunter zu vertiefen.

Partner

Auftraggeber: Schönbrunn Group / Sisi Museum

Produktion: vrisch — Gabriella Chihan Stanley, Axel Dietrich

KI-Kunst: Stephanie Meisl (s.myselle)

Plattform: Artivive

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